Rechtliche Ansprüche

In Deutschland gibt es vielfältige, staatliche Unterstützung für Menschen, die erkranken oder mit einer Behinderung leben. Hier wollen wir einige Möglichkeiten aufzeigen. Die eine oder andere kennen Sie möglicherweise schon.

Viele Selbsthilfevereine bieten Ihren Mitgliedern Beratung an, um gegebenenfalls Ansprüche geltend zu machen. Beim DBSV, durch seine Tochter, die rbm, als auch bei der DDH-M erhalten Sie Beratung und Vertretung in sozialrechtlichen Belangen, die direkt in Zusammenhang mit der jeweiligen Erkrankung oder Behinderung stehen.

Schwerbehindertenausweis

Menschen mit Diabetes haben möglicherweise aufgrund der Diabeteserkrankung schon einen Schwerbehindertenausweis. Durch eine hinzugekommene Sehbehinderung kann gegebenenfalls eine Neubewertung des Grades der Behinderung beantragt werden. Durch die Anerkennung einer Schwerbehinderung, werden, je nach Grad der Behinderung (GdB) und der zusätzlich zuerkannten Merkzeichen, unter Anderem Steuererleichterung, ein besonderer Schutz am Arbeitsplatz und möglicherweise kostenlose Mitfahrt im öffentlichen Personennahverkehr möglich.

Ein Ausschnitt des Schwerbehindertenausweis weist einen GdB 90 aus.
Abhängig vom Grad der Behinderung (GdB) und von den zuerkannten Merkzeichen können unterschiedliche Nachteilsausgleiche in Anspruch genommen werden. (Bild: Björn Wylezich/Fotolia)

Blindengeld/Sehbehindertengeld

Menschen, die nach dem Gesetz als blind (Visus 2% und weniger) gelten, können Blindengeld und gegebenenfalls Blindenhilfe als Nachteilsausgleich erhalten. Die Bestimmungen zum Blindengeld sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Berlin, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt gibt es die Möglichkeit Sehbehindertengeld zu beziehen, wenn der Visus nicht mehr als 5% beträgt (hochgradige Sehbehinderung).

Hilfsmittel, Vergrößernde Sehhilfen und Rehabilitation

In Deutschland gibt es ein gegliedertes Sozialleistungssystem. Je nach festgestelltem Bedarf sind unterschiedliche Kostenträger denkbar. Für den privaten Bereich ist meist die gesetzliche Krankenkasse erster Ansprechpartner. Für Hilfsmittel, die beispielsweise beim Studium, in der Ausbildung oder am Arbeitsplatz benötigt werden, können andere Kostenträger zuständig sein, wie etwa die Bundesagentur für Arbeit und die Rentenversicherung für Hilfsmittel am Arbeitsplatz oder der Träger der Eingliederungshilfe für Hilfsmittel im Studium.

Rechtlich gesehen gilt ein Mensch als wesentlich sehbehindert, wenn er auf dem besser sehenden Auge selbst mit Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr als 30 Prozent von dem sieht, was ein Mensch mit normaler Sehkraft erkennt. Hochgradig sehbehindert ist, wer bis zu fünf Prozent sieht, wer nicht mehr als zwei Prozent sieht, ist im Sinne des Gesetzes blind. Aber auch Einschränkungen des Gesichtsfeldes können dazu führen, dass man gesetzlich als blind oder sehbehindert gilt.