Motivation

Warum zur Vorsorge?

Auch wenn der Augenarzt oder die Augenärztin bei der Untersuchung eine "Diabetische Netzhauterkrankung" feststellt, ist das nicht gleichbedeutend mit einer unvermeidlichen Erblindung. Die moderne Augenmedizin kann einen Sehverlust effektiv aufhalten oder zumindest verzögern. Voraussetzung ist, dass rechtzeitig mit der Therapie begonnen werden kann. Einmal verlorene Sehkraft kann die Medizin dagegen nur selten reparieren. Also sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sehr wichtig.

Bedeutung der Diabetestherapie für die Augen

Zwar ist ein möglichst normaler Blutzucker nach wie vor wesentlich bei der Diabetestherapie, aber auch ein konstanter Blutzuckerwert ist ein wichtiges Ziel. Zusätzlich sollte der Blutdruck nicht zu hoch sein. Ob Menschen mit Diabetes eine Netzhauterkrankung entwickeln hängt möglicherweise auch von erblichen Faktoren ab, die aber im Einzelnen weder bekannt noch beeinflussbar sind.

Warum eine konsequente Diabetestherapie nicht immer gelingt

Eine konsequente Therapie des Blutzuckers über Jahre hinweg, tagein-tagaus, ist eine große Herausforderung für alle Menschen mit Diabetes. Faktoren wie andere Erkrankungen und die Unwägbarkeiten eines aktiven Berufslebens können es schwierig machen, den Blutzucker immer norm-nah zu halten.

Mehrere Personen sitzen an einem Konferenztisch und diskutieren. Gerade spricht ein bärtiger Mann in mittlerem Alter.
Die Unwägbarkeiten eines aktiven Berufslebens sind für die Diabetestherapie eine besondere Herausforderung. (Bild: Jacob Lund/Fotolia)

Die für die Netzhaut möglicherweise schädlichen Schwankungen lassen sich daher nicht immer vermeiden. Regelmäßige Augenarztbesuche können aber dafür sorgen, dass die Netzhaut im Falle des Falles rechtzeitig die nötige Behandlung bekommt, um Sehverlust zu vermeiden.

Wann und wie oft sollte man zum Augenarzt?

Menschen mit Diabetes Typ-1, sollten spätestens fünf Jahre nach Feststellung der Krankheit das erste Mal zum Augenarzt gehen. Bei Kindern ist dies aber erst ab dem 11. Lebensjahr nötig.

Vier Jugendliche sitzen vor einer Ziegelmauer auf dem Boden im Gespräch zusammen.
Diabetes in der Jugendzeit - Das Leben darf dabei nicht zu kurz kommen. (Bild: leszekglasner/Fotolia)

Menschen mit Diabetes Typ-2 sollten unmittelbar nach Feststellung der Krankheit einen Augenarzttermin vereinbaren.

Diabetespatientinnen sollten bei einer Schwangerschaft ebenfalls den Augenarzt aufsuchen, da sich durch die hormonellen Änderungen in der Schwangerschaft öfters Schäden an den Augen entwickeln können.

Diabetespatientinnen und -patienten sollten einmal im Jahr zum Augenarzt gehen. Kann dieser keine Erkrankungsanzeichen im Auge feststellen und liegen keine sonstigen Risikofaktoren vor, so kann er den nächsten Termin auch erst in 2 Jahren empfehlen. Zeigen sich erste Symptome einer Netzhauterkrankung, so wird der Augenarzt unter Umständen einen Termin früher als in einem Jahr vereinbaren wollen. Es empfiehlt sich gleich den nächsten Termin auszumachen, bevor man die Praxis verlässt. Damit lässt sich verhindern, dass die regelmäßigen Kontrolltermine im Alltag vergessen werden.